Babypullover stricken: Anleitungen für Anfänger

Babypullover stricken: Anleitungen für Anfänger

Dieser Text richtet sich an Strickanfänger, die einen Babypullover für ihr Kind oder als Geschenk stricken möchten. Er bietet eine detaillierte Anleitung, von der Materialauswahl bis zu den grundlegenden Stricktechniken, um erfolgreich ein erstes Strickprojekt für Babys zu meistern.

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Die Grundlagen: Was du für deinen ersten Babypullover wissen musst

Das Stricken eines Babypullovers mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, doch mit den richtigen Anleitungen und ein wenig Übung ist es auch für Strickanfänger gut machbar. Die wichtigsten Entscheidungen zu Beginn betreffen die Garnwahl, die Nadelstärke und das Muster. Ein gutes Anfängerprojekt zeichnet sich durch einfache Schnitte, glatt rechts gestrickte Flächen und wenige komplizierte Stricktechniken aus. Du wirst lernen, wie du die Maschen anschlägst, rechte und linke Maschen strickst, Abnahmen und Zunahmen vornimmst und den Pullover am Ende zusammennähst.

Garnwahl für Babysachen

Die Auswahl des richtigen Garns ist entscheidend für die Hautverträglichkeit und Pflegeleichtigkeit von Babykleidung. Achte auf folgende Eigenschaften:

  • Material: Natürliche Fasern wie Baumwolle, Merinowolle oder Bambus sind atmungsaktiv und weich. Reine Baumwolle ist ideal für wärmere Monate, während Merinowolle auch im Winter gut wärmt und temperaturregulierend wirkt. Achte bei Wolle auf „superwash“ (maschienenwaschbar) und „mulesing-frei“. Synthetische Fasern wie Acryl können eine gute Alternative sein, wenn sie als „hautfreundlich“ gekennzeichnet sind, da sie oft pflegeleichter sind. Mische nicht zu viele verschiedene Fasern, um die Pflege zu vereinfachen.
  • Stärke: Für Anfänger sind Garne mittlerer Stärke (z.B. DK, Worsted) gut geeignet, da sie sich gut greifen lassen und die Maschen schnell sichtbar werden. Sehr feine Garne können frustrierend sein.
  • Farbe: Helle Farben sind oft leichter zu handhaben, um Maschenfehler zu erkennen. Achte darauf, dass die Farben speichelfest und für Babys unbedenklich sind.
  • Pflege: Wähle ein Garn, das bei 30-40 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden kann, da Babykleidung regelmäßig gereinigt werden muss.

Nadeln und Zubehör

Neben dem Garn benötigst du weiteres Zubehör:

  • Stricknadeln: Die Nadelstärke richtet sich nach der Garnstärke und wird vom Garnhersteller auf der Banderole angegeben. Für Babypullover werden oft Nadelstärken von 3 mm bis 4.5 mm verwendet. Du benötigst je nach Muster gerade Nadeln oder Rundstricknadeln (für Teile, die in Runden gestrickt werden).
  • Maschenmarkierer: Helfen dir, wichtige Stellen im Strickstück zu markieren.
  • Maschenhalter oder Restgarn: Zum Stilllegen von Maschen, z.B. für Ärmel oder den Halsausschnitt.
  • Nadel zum Vernähen: Eine stumpfe Wollnadel, um alle Fäden zu vernähen und die Teile zusammenzunähen.
  • Schere: Zum Abschneiden der Fäden.
  • Maßband: Um die Maße deines Strickstücks zu überprüfen.

Grundlegende Stricktechniken für deinen Babypullover

Bevor du mit dem Pullover beginnst, ist es ratsam, die grundlegenden Techniken zu üben. Viele Muster für Babypullover basieren auf einfachen Mustern wie dem Glatt Rechts und Kraus Rechts.

Maschenanschlag

Der Maschenanschlag bildet die erste Reihe von Maschen auf deiner Nadel. Es gibt verschiedene Methoden, der Kreuzanschlag ist eine gängige und elastische Variante.

  1. Bilde eine lose Schlaufe am Ende deines Garns.
  2. Lege die Schlaufe auf die Stricknadel, sodass sie wie eine fertige Masche aussieht.
  3. Führe die Nadel durch die Schlaufe und ziehe sie fest. Dies ist deine erste Masche.
  4. Für weitere Maschen wiederholst du den Vorgang, indem du das Garn um deinen Daumen legst, die Nadel durch die Garnschlaufe am Daumen führst und dann die Garnschlaufe von der Nadel ziehst.

Rechte Maschen (R) und Linke Maschen (L)

Dies sind die fundamentalen Bausteine jedes Strickmusters.

  • Rechte Masche: Führe die rechte Nadel von vorne nach hinten in die Masche auf der linken Nadel ein. Wickle das Garn einmal um die rechte Nadel und ziehe die neue Masche durch die alte hindurch. Lasse die alte Masche von der linken Nadel gleiten.
  • Linke Masche: Führe die rechte Nadel von hinten nach vorne in die Masche auf der linken Nadel ein. Wickle das Garn einmal um die rechte Nadel und ziehe die neue Masche durch die alte hindurch. Lasse die alte Masche von der linken Nadel gleiten.

Glatt Rechts stricken

Eine Seite ist rechts gestrickt, die andere links.

  • In Hinreihen: Alle Maschen rechts stricken.
  • In Rückreihen: Alle Maschen links stricken.

Wenn du immer nur rechte Maschen strickst (auch in den sogenannten Rückreihen), erhältst du ein kraus rechts gestricktes Muster, das elastisch ist und sich gut für Bündchen eignet.

Abnahmen und Zunahmen

Diese Techniken sind entscheidend, um die Form des Pullovers zu gestalten, z.B. für Ärmel oder den Halsausschnitt.

  • Abnahmen:
    • 2 Maschen rechts zusammenstricken (2 rm. zus.): Greife die nächsten beiden Maschen auf der linken Nadel und stricke sie wie eine einzige rechte Masche ab. Dies bewirkt eine Abnahme auf der rechten Seite.
    • 2 Maschen links zusammenstricken (2 lm. zus.): Greife die nächsten beiden Maschen auf der linken Nadel und stricke sie wie eine einzige linke Masche ab.
    • Überzogene Abnahme (überzg. abn.): Hebe die nächste Masche wie zum Linksstricken ab, stricke die folgende Masche rechts und ziehe die abgehobene Masche über die gestrickte Masche. Dies bewirkt eine elegantere Abnahme.
  • Zunahmen:
    • Aus einer Masche zwei Maschen herausstricken: Stricke die Masche rechts, lasse sie aber noch nicht von der linken Nadel gleiten. Stricke dann in den hinteren Teil der gleichen Masche nochmals rechts. So entstehen zwei Maschen aus einer.
    • Zunahme aus dem Querfaden (Umschlag): Mache einen Umschlag über die rechte Nadel und stricke ihn in der folgenden Reihe entweder rechts oder links ab (je nach Muster).

Maschen abketten

Um die Arbeit zu beenden, kettest du die Maschen ab. Dies sorgt dafür, dass dein Strickstück nicht aufgeht.

  1. Stricke die ersten beiden Maschen wie im Muster angegeben.
  2. Mit der linken Nadel hebst du die erste gestrickte Masche über die zweite und lässt sie von der Nadel gleiten.
  3. Stricke die nächste Masche rechts (oder wie im Muster angegeben).
  4. Hebe die gerade gestrickte Masche wieder über die vorherige Masche.
  5. Wiederhole die Schritte 3 und 4, bis nur noch eine Masche auf der rechten Nadel ist.
  6. Schneide den Faden ab und ziehe ihn durch die letzte Masche.

Einfache Babypullover Muster für Anfänger

Für deinen ersten Babypullover eignen sich einfache Konstruktionen und Muster, die nicht viele verschiedene Techniken erfordern.

Pullover in Einzelteilen (Vorderteil, Rückenteil, Ärmel)

Dies ist die traditionellste Methode und bietet Anfängern gute Kontrolle über jeden einzelnen Teil.

  • Vorder- und Rückenteil: Werden meist identisch gestrickt. Du beginnst mit einem Bündchen (z.B. kraus rechts oder 1 rechts, 1 links), strickst dann den Hauptteil des Pullovers (oft glatt rechts) und formst am Ende den Halsausschnitt und die Schulterschrägen durch Abnahmen.
  • Ärmel: Beginnen ebenfalls mit einem Bündchen und werden durch regelmäßige Zunahmen in der Weite gearbeitet, bis die gewünschte Ärmellänge erreicht ist.
  • Zusammennähen: Alle Teile werden zum Schluss mit der Wollnadel sorgfältig zusammengenäht.

Pullover in einem Stück (Top-Down oder Bottom-Up)

Diese Methode erfordert oft das Stricken in Runden und kann für Anfänger etwas gewöhnungsbedürftig sein, vermeidet aber das Nähen.

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  • Top-Down (von oben nach unten): Du beginnst am Halsausschnitt und strickst den Pullover in einem Stück nach unten. Dies ermöglicht das Anprobieren während des Strickens, was hilfreich ist, um die Größe zu überprüfen. Oft wird hierbei mit Raglan-Zunahmen gearbeitet.
  • Bottom-Up (von unten nach oben): Du beginnst am unteren Saum und strickst den Pullover nach oben. Die Ärmel werden separat gestrickt und dann mit dem Körper verbunden, oder es werden verkürzte Reihen verwendet, um die Form zu gestalten.

Wichtige Maschenproben

Bevor du mit deinem eigentlichen Projekt beginnst, ist es unerlässlich, eine Maschenprobe zu stricken. Dies ist ein kleines Rechteck (ca. 10×10 cm) aus dem gewählten Garn und mit den angegebenen Nadeln. Damit überprüfst du, ob deine Strickdichte mit der Anleitung übereinstimmt. Wenn deine Maschenprobe zu klein ist, strickst du zu fest und musst ggf. eine halbe Nadelstärke größer wählen. Ist sie zu groß, strickst du zu locker und benötigst eine kleinere Nadelstärke. Ohne Maschenprobe passt die Größe des fertigen Pullovers wahrscheinlich nicht.

Strukturierte Übersicht: Babypullover stricken für Anfänger

Kategorie Schwerpunkte Empfehlungen für Anfänger
Materialwahl Garnart, Garnstärke, Hautverträglichkeit, Pflegeeigenschaften Baumwolle, Merinowolle (superwash), Acryl (hautfreundlich). Mittlere Garnstärke (DK, Worsted). Maschinenwaschbar.
Nadeln & Zubehör Nadelstärke, Nadelsystem (gerade vs. rund), Hilfsmittel Passende Nadelstärke zum Garn (3-4.5 mm). Maschenmarkierer, Maschenhalter, stumpfe Wollnadel, Schere, Maßband.
Grundtechniken Maschenanschlag, rechte/linke Maschen, Abnahmen/Zunahmen, Abketten Kreuzanschlag, glatt rechts, kraus rechts, einfache Abnahmen (2 rm. zus.), einfache Zunahmen (aus einer Masche).
Muster & Konstruktion Einzelteile vs. Rundstrickerei, einfache Muster Pullover in Einzelteilen (einfachere Nahtführung), glatt rechts, kraus rechts als Hauptmuster.
Vorbereitung & Projektdurchführung Maschenprobe, Anleitung lesen, Projektschritte Immer Maschenprobe stricken! Anleitung sorgfältig lesen, Notizen machen.

Häufig gestellte Fragen zu Babypullover stricken: Anleitungen für Anfänger

Welche Größe sollte ich für einen Babypullover wählen?

Die Wahl der Größe hängt vom Alter und der Größe des Babys ab. Üblicherweise werden Babypullover in Größen für Neugeborene (0-3 Monate), 3-6 Monate, 6-12 Monate und 12-18 Monate gestrickt. Achte auf die angegebenen Maße in deiner Strickanleitung, insbesondere auf die Brustweite und die Gesamtlänge. Es ist ratsam, eine Maschenprobe anzufertigen und die Maße des fertigen Strickstücks mit der Anleitung zu vergleichen, um sicherzustellen, dass es passt. Wenn du unsicher bist, wähle lieber eine etwas größere Größe, da Babys schnell wachsen.

Wie erkenne ich, ob meine Maschenprobe korrekt ist?

Um zu überprüfen, ob deine Maschenprobe korrekt ist, stricke ein Quadrat von etwa 12×12 cm (etwas größer als die geforderte Quadratgröße in der Anleitung, z.B. 10×10 cm). Lege dieses Quadrat flach hin, ohne es zu dehnen oder zu stauchen. Messe dann mit einem Maßband die Anzahl der Maschen und Reihen über 10 cm. Vergleiche diese Werte mit den Angaben in deiner Strickanleitung. Wenn du z.B. 22 Maschen und 30 Reihen laut Anleitung benötigst und deine Probe 22 Maschen und 30 Reihen hat, ist deine Maschenprobe perfekt. Liegst du daneben, musst du die Nadelstärke anpassen und erneut eine Maschenprobe stricken.

Kann ich einen Babypullover auch ohne Anleitung stricken?

Theoretisch ist es möglich, aber für Anfänger nicht empfehlenswert. Eine detaillierte Strickanleitung führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess und gibt dir die genauen Angaben für Maschenzahlen, Abnahmen, Zunahmen und die Maße der einzelnen Teile. Ohne Anleitung müsstest du die Größe, die Passform und die Konstruktion selbst entwerfen, was fortgeschrittene Kenntnisse erfordert. Für deinen ersten Pullover ist es ratsam, eine Anfängeranleitung zu wählen, die explizit für Neulinge gedacht ist.

Welche Muster eignen sich am besten für Strickanfänger?

Für Anfänger eignen sich am besten einfache Muster, die hauptsächlich aus rechten und linken Maschen bestehen. Beispiele hierfür sind:

  • Glatt rechts: Eine Seite sieht aus wie „V“, die andere wie kleine Querriegel.
  • Kraus rechts: Beide Seiten sehen gleich aus und ähneln den Querriegeln. Dieses Muster ist sehr elastisch und rollt sich nicht ein, daher ideal für Bündchen.
  • Rippenmuster (z.B. 2 links, 2 rechts): Schafft ein elastisches und dekoratives Muster.
  • Perlmuster (abwechselnd eine rechte und eine linke Masche, in jeder zweiten Reihe versetzt): Ein weiteres einfach zu erlernendes Muster.

Vermeide zu Beginn komplexe Zopfmuster, Lochmuster oder Jacquard-Muster.

Wie vernähe ich die einzelnen Teile eines Pullovers am besten?

Die beste Methode, um die Teile eines Babypullovers zu vernähen, ist die Matratzennaht (auch als Strickstich oder letter stitch bekannt). Diese Naht ist unsichtbar und dehnbar, was sie ideal für Strickstücke macht. Du benötigst dafür eine stumpfe Wollnadel und den passenden Garnfaden. Arbeite dich systematisch durch die Kanten, indem du abwechselnd in die „Beinchen“ der Maschen der beiden Teile stichst, die dem Arbeitsfaden am nächsten sind. Es gibt viele gute Video-Tutorials, die diese Technik detailliert zeigen, was das Erlernen sehr erleichtert.

Wie kann ich einen Pullover individuell gestalten, ohne es zu kompliziert zu machen?

Du kannst deinem Babypullover mit einfachen Mitteln eine persönliche Note verleihen:

  • Garnwahl: Wähle ein Garn in einer besonderen Farbe oder mit einem interessanten Farbverlauf.
  • Bündchenmuster: Variiere das Muster des Bündchens am Hals, an den Ärmeln und am Saum.
  • Knöpfe: Setze dekorative Knöpfe am Halsausschnitt oder an der Schulter (besonders praktisch bei Neugeborenen). Achte darauf, dass die Knöpfe sicher befestigt sind und keine Gefahr darstellen.
  • Einfache Muster: Integriere kleine, wiederholbare Muster wie kleine Sternchen oder Pünktchen mit rechten und linken Maschen.
  • Kontrastfarben: Setze Akzente mit einer Kontrastfarbe für das Bündchen oder die Ärmel.

Vermeide für den Anfang komplizierte Stickereien oder aufwendige Farbwechsel.

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