Stickvorlagen

Sticken gehört zu den Handarbeiten, die eine lange Tradition haben. Bereits vor 5000 Jahren haben die Menschen in Ägypten, Südamerika und China ihre Kleidung bestickt und sie so individuell gestaltet. Zunächst waren es nur geometrische Formen, später dann Figuren und Motive aus der Natur, die als Stickvorlagen dienten. Das Verzieren der Kleidung gewann schnell an Bedeutung und die Kunst des Stickens wurde immer weiter veredelt. Heute feiert Sticken ein Comeback und findet immer mehr Freunde. Mit den passenden Stickvorlagen kann jeder diese schöne Handarbeit erlernen und hat auf diese Weise ein kreatives Hobby gefunden.

Eine hohe Kunst

stickvorlagen dekorationBereits im Frühmittelalter wurde in Klöstern nach besonderen Stickvorlagen gestickt und die Ergebnisse zählen heute zur hohen Kunst des Stickens. Es waren liturgische Gewänder, die mit kostbaren Goldfäden nach bestimmten Stickvorlagen bestickt wurden, eine Arbeit, die Monate in Anspruch nahm. Schon im antiken Rom waren bestickte Gewänder ein deutlich sichtbares Zeichen von Reichtum und Macht. Purpur durfte nur der Kaiser tragen, den Senatoren war es aber erlaubt, einen purpurnen Streifen an der Kleidung zu haben. Dieser wurde in der Regel auf die Toga gestickt. Im späten Mittelalter trug auch das Bürgertum bestickte Kleidung und hier war die Stickerei ebenfalls ein Zeichen von Wohlstand. Es wurde damals schon nach Stickvorlagen gearbeitet und je aufwendiger oder farbenfroher ein Kleidungsstück bestickt war, umso höher war auch das Ansehen in der Gemeinde. Sticken kostete viel Zeit und Geld und entsprechend hoch war die Wertschätzung, die einer reich bestickten Bluse, einem Kleid oder einer Jacke zuteilwurde.

Sticken lernen – einfacher als vielleicht gedacht

Sticken nach Stickvorlagen ist Teil des neuen DIY-Trends. Ganz gleich, ob als dekoratives Wandmotiv, als Verzierung für Kissen und Tischdecken oder um alten Kleidungsstücken neuen Glanz zu verleihen – sticken ist IN. Im Vergleich zu anderen Handarbeiten wie häkeln oder stricken, lässt sich sticken relativ schnell und einfach erlernen. Selbst Anfänger können mit den richtigen Stickvorlagen, kleine Kunstwerke erstellen. Sticken erfordert etwas Geduld, ein gutes Auge und eine ruhige Hand. Die Zahl der Stickvorlagen ist unendlich groß und reicht von abstrakten Motiven über elegante, stilisierte Blumen und Pflanzen bis hin zur gestickten Darstellung berühmter Gemälde. Der Kreativität und der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es müssen nicht immer Stickvorlagen sein, wer möchte, kann auch seine eigenen Motive entwerfen, zu Papier bringen und anschließend auf ein Stück Stoff sticken.

Welches Material wird benötigt?

Abgesehen von den jeweiligen Stickvorlagen wird für diese schöne Handarbeit passendes Material benötigt. Damit das Ergebnis wie gewünscht ausfällt, ist es wichtig, den Stoff, das Garn, die Nadeln und die Art, wie gestickt wird, perfekt aufeinander abzustimmen. Wer noch nie gestickt hat, kann ein fertiges Set kaufen, was von Stickvorlagen bis zur Nadel alles enthält, was zum sticken gebraucht wird. Jeder, der etwas sticken möchte, muss auf jeden Fall einen sogenannten Stickrahmen haben. In diesen Rahmen, der aus Holz oder Kunststoff besteht, wird der Stoff, der bestickt werden soll, eingespannt. Der straff gespannte Stoff erleichtert das Sticken, vor allem, wenn nach Stickvorlagen gestickt wird. Es gibt auch Sets für Anfänger, die einen Stickrahmen enthalten und mit denen sogar Kinder das Sticken schnell erlernen können.

Der passende Stoff

Im Grunde lässt sich fast jeder Stoff besticken, für Anfänger sollte es jedoch ein ganz besonderer Stoff sein. Für Stickneulinge sind Stoffe ideal, die auszählbar sind. Das heißt, das Gewebe hat eine Struktur, die in kleine Kästchen unterteilt ist. Ein solcher Stoff ist das sogenannte Siebleinen sowie das Schülertuch. Besonders einfach ist die Kunst des Stickens nach Stickvorlagen auf Aida-Stoffen. Diese Stoffe sind sehr gleichmäßig gewebt und durch die gut sichtbaren Löcher optimal geeignet für alle, die das Sticken noch nicht so gut beherrschen. Diese Stoffe sind für den beliebten Kreuzstich gedacht und die Zahl der Stiche ist in der Anleitung stets angegeben. Hier gilt das Motto: Je höher die Zahl der Stiche, umso feiner ist anschließend auch die Stickerei. Gobelinarbeiten sind so etwas wie die hohe Kunst des Stickens und für diese Arbeiten ist Stramin der perfekte Stoff. Ein Stoff, der kein auszählbares Gewebe hat, kann als praktisches Hilfsmittel über den Stramin geheftet werden, um das Sticken nach Stickvorlagen einfacher zu machen.

Mit welchem Garn wird gestickt?

Wenn Stoff und Stickvorlagen feststehen, fehlt eigentlich nur noch das richtige Garn. Hier ist die Auswahl mehr als groß, denn es gibt Stickgarn in unendlich vielen schönen Farben, Stärken und ganz unterschiedlichen Materialien. In der Regel wird entweder zwei- oder drei-fädig gestickt, die jeweilige Anzahl lässt sich in der Regel der Anleitung entnehmen. Damit das Ergebnis den Erwartungen entspricht, ist es sehr wichtig, dass Garn und Stoff perfekt zusammenpassen. Wie stark das Garn ist, richtet sich in jedem Fall danach, wie fein die Stickerei sein soll und ob der Stoff komplett oder nur teilweise bestickt wird. Glänzendes Garn ist nach wie vor der Bestseller unter den Stickgarnen. Geht es aber um einen Gobelin, dann wird ein Garn aus Wolle bevorzugt, was die Motive besser zur Geltung bringt. Für Tischdecken und Kissenhüllen ist hingegen glänzender Sticktwist die beste Wahl. Noch ein kleiner Tipp für Anfänger: Bei der Arbeit keinen Knoten in den Faden machen, sondern ihn einfach aus der Arbeit hängen lassen und später nur sorgfältig vernähen.

Auf die Nadel kommt es an

Sticken mit oder ohne Stickvorlagen ist nur möglich, wenn auch die Nadeln stimmen. Wird auf Stramin oder auf einem zählbaren Gewebe gestickt, dann sind stumpfe Sticknadeln die richtige Entscheidung. Diese Nadeln gehen sehr einfach durch das Gewebe hindurch und machen das Sticken nicht so mühsam. Anders sieht es mit Stoffen wie Leinen oder Seide aus, hier muss es eine spitze Nadel sein, da eine stumpfe Nadel den Stoff beschädigen könnte. Wie dick die Nadel letztendlich sein muss, richtet sich stets nach der Stärke des jeweiligen Stickgarns.

Warum ist der Stickrahmen so wichtig?

Damit die vielfältigen Muster der Stickvorlagen immer schön gleichmäßig auf den Stoff kommen, ist ein Stickrahmen unverzichtbar. Er macht jede Stickerei einfacher, da der Stoff immer straff gespannt ist. Besonders Anfänger sollten unbedingt mit einem Stickrahmen arbeiten, um das Muster der Stickvorlagen genau einhalten zu können. Bei einem großen Stoffstück, wie beispielsweise einer Tischdecke, wird der Stoff nach und nach in den Stickrahmen eingespannt und anschließend bestickt. Im Handel bietet auch spezielle Rahmen an, die auf den Boden gestellt werden. Sie sind allerdings eher etwas für Könner, die große Stoffe mit bestimmten Szenen oder Darstellungen besticken möchten. Für alle, die Sticken als Hobby gewählt haben, reicht der einfache Stickrahmen aus Holz.

Die bekanntesten Stiche der Stickvorlagen

Viele Stickvorlagen sehen die bekannten Stiche wie den Kreuzstich, den Steppstich, den Plattstich oder den Stielstich vor. Diese vier Stiche lassen sich schnell erlernen und machen ein Stickmotiv wunderbar plastisch.

  • Der Kreuzstich ist so etwas wie der Basisstich und er lässt sich auf einem zählbaren Muster einfach verarbeiten. In der Hinreihe erfolgt der Kreuzstich von links unten nach rechts oben. In der Rückreihe sticht die Nadel von rechts unten nach links oben.
  • Der Stielstich ist genauso einfach zu erlernen. Hier sticht die Nadel von unten nach oben und immer entlang der Kontur einer Stichlänge. Dies können beispielsweise zwei oder vier Kästchen sein. Führt die Stichlänge der ersten Reihe über vier Kästchen, dann geht die Nadel auf der Rückreihe über zwei Kästchen von unten nach oben, knapp neben dem ersten Einstich zurück.
  • Viele Stickvorlagen enthalten zudem den Steppstich oder Rückstich, der immer eine gute Wahl ist, wenn es um feine Konturstickereien geht. Bei diesem Stich wird von unten durch den Stoff gestochen, anschließend wird die Nadel an der gewünschten Länge des Stichs entlang geführt. Eingestochen wird dann von oben nach unten. Danach auf der Rückseite des Stoffs für die gleiche Stichlänge die Kästchen abzählen und die Nadel von unten durch den Stoff führen.
  • Ein weiterer Stickstich für ein bildhaftes Muster ist der Plattstich, den viele auch als Satinstich aus Stickvorlagen kennen. Hierbei werden die Stickstiche sehr gerade nebeneinander gesetzt, und zwar immer von einer Seite auf die andere Seite. Nach dem Stich auf der oberen Stoffseite die Sticknadel auf die Stoffrückseite und danach zum ursprünglichen Einstichloch zurückführen. Beim Plattstich ist es wichtig, den Faden nicht allzu straff zu ziehen und die Motive der Stickvorlagen genau auszufüllen.

Neue Trends

Auch beim Sticken im Hobbybereich gibt es bestimmte Trends und Künstlerinnen an der Nadel, die diese Trends vorgeben. Diese Kunstwerke auf Stoff nennen sich „Contemporary Embroidery“. Im Trend sind eigenwillige Motive, die beispielsweise Totenköpfe und Kakteen, Einhörner oder Katzen zeigen. Sarah Benning ist die wohl bekannteste Stickerin, die sich mit den Themen rund um den „Urban Jungle“, also um den Dschungel der Großstadt einen Namen gemacht hat. Die Amerikanerin trifft mit ihren monsterhaften Pflanzen und bizarren Kakteen den Nerv der Zeit und begeistert mit ihren Ideen mehr als eine halbe Million Follower auf Instagram.

Fazit

Sticken ist längst mehr als nur ein Zeitvertreib für adelige Damen, es ist zu einer beliebten Handarbeit geworden, die viel Freiraum für eigene Ideen bei der Gestaltung zulässt. Jeder kann seine Ideen zu Papier bringen und sie anschließend mit Garn und Sticknadel auf ein Stück Stoff sticken. Alle, die das Sticken noch erlernen wollen, sollten für den Anfang eine der vielen schönen Stickvorlagen verwenden.

Redaktion
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