Du möchtest lernen, wie man Socken strickt, bist aber noch Anfänger und suchst eine klare, Schritt-für-Schritt-Anleitung? Dieser Text führt dich durch die Grundlagen des Sockenstrickens, von der Materialauswahl bis zu den verschiedenen Techniken, die für ein erfolgreiches erstes Paar Socken unerlässlich sind.
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Grundlagen des Sockenstrickens für Anfänger
Sockenstricken mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, aber mit der richtigen Herangehensweise und Geduld ist es für Anfänger durchaus machbar. Das Ziel ist es, ein Paar bequemer und gut sitzender Socken zu kreieren, die deine Füße wärmen. Im Folgenden werden die wesentlichen Schritte erläutert, um dir den Einstieg zu erleichtern.
Materialauswahl
Die Wahl des richtigen Materials ist entscheidend für den Erfolg deines ersten Sockenpaares. Für Anfänger eignen sich vor allem:
- Garn: Wähle ein klassisches Sockenwollgarn, das in der Regel aus einer Mischung von Schurwolle und Polyamid (Nylon) besteht. Polyamid verleiht der Socke Strapazierfähigkeit und verhindert, dass sie zu schnell durchläuft. Achte auf die empfohlene Nadelstärke auf der Banderole des Garns. Für Anfänger sind Garne mit einer hellen bis mittleren Farbe und ohne zu viele Effekte (wie z.B. Noppen oder Glitzer) am besten geeignet, da sie das Maschenbild gut sichtbar machen.
- Nadeln: Für Socken werden meist Nadelspiele verwendet. Ein Nadelspiel besteht aus vier oder fünf kurzen Nadeln, die spitz an beiden Enden zulaufen. Die gängigsten Nadelstärken für Sockenwolle liegen zwischen 2,0 mm und 3,0 mm. Für Anfänger kann es hilfreich sein, mit etwas dickeren Nadeln zu beginnen (z.B. 2,5 mm oder 3,0 mm), da die Maschen dann größer sind und leichter zu handhaben sind. Manche Anfänger bevorzugen auch die sogenannte „Magic Loop“ Technik mit einem einzigen langen Rundstricknadel, die wir später noch kurz ansprechen.
- Zubehör: Du benötigst außerdem eine Schere zum Abschneiden des Fadens und eine Wollnadel mit stumpfer Spitze, um die Fadenenden am Ende sauber zu vernähen. Ein Maschenmarkierer kann ebenfalls nützlich sein, um den Rundenanfang zu kennzeichnen.
Erste Schritte: Der Anschlag
Der Anschlag ist der Beginn deiner Strickarbeit. Es gibt verschiedene Anschlagtechniken, aber für Socken ist der elastische Anschlag (auch als „long-tail cast on“ bekannt) oft die beste Wahl, da er flexibel bleibt und sich gut an den Fuß anpasst.
- Lege ein langes Ende des Garns (ungefähr das Dreifache der gewünschten Sockenbreite) frei.
- Bilde eine lose Schlaufe mit dem Arbeitsfaden und dem Garnende, das vom Knäuel kommt. Lege den Faden so über deine Hand, dass das Garnende über den Daumen und der Arbeitsfaden über den Zeigefinger läuft.
- Führe die Nadel von unten in die Daumenschlaufe ein.
- Fange mit der Nadel den Faden des Zeigefingers ein und ziehe ihn durch die Daumenschlaufe.
- Lass die Masche vom Daumen gleiten und ziehe den Faden leicht an, um die neue Masche zu festigen.
- Wiederhole diesen Vorgang, bis du die benötigte Anzahl an Maschen angeschlagen hast.
Für eine typische Anfängersocke werden etwa 64 Maschen benötigt, aber das kann je nach Garnstärke und gewünschter Größe variieren. Konsultiere deine Strickanleitung für die genaue Maschenzahl.
Das Bündchen stricken
Das Bündchen bildet den oberen Abschluss der Socke und sorgt dafür, dass sie gut sitzt und nicht von deinem Bein rutscht. Ein klassisches Rippenmuster (1 rechts, 1 links oder 2 rechts, 2 links) ist ideal für Sockenbündchen.
- Teile deine angeschlagenen Maschen gleichmäßig auf die Nadeln deines Nadelspiels auf. Bei 64 Maschen wären das z.B. 16 Maschen pro Nadel.
- Beginne nun im Kreis zu stricken. Wenn du z.B. ein 2×2 Rippenmuster strickst, strickst du abwechselnd 2 Maschen rechts und 2 Maschen links.
- Stricke das Bündchen so lange, bis es die gewünschte Höhe erreicht hat (oft etwa 5-8 cm).
Das Fußteil: Glatt rechts stricken
Nach dem Bündchen folgt der Hauptteil der Socke, das sogenannte Fußteil. Dieses wird meist in glatt rechts gestrickt. Das bedeutet, dass du in jeder Runde nur rechte Maschen strickst.
- Wenn du mit einem Nadelspiel strickst, verteilst du deine Maschen auf die Nadeln. Typischerweise werden die Maschen für die Ferse auf zwei Nadeln (die „Fersenmaschen“) und die Maschen für den Spann auf die anderen beiden Nadeln (die „Spannmaschen“) aufgeteilt.
- Stricke nun nur noch rechte Maschen in Runden, bis das Fußteil die gewünschte Länge erreicht hat, bevor die Ferse beginnt. Miss die Länge der Socke vom Anschlag bis zu diesem Punkt und vergleiche sie mit der benötigten Sockengröße (ohne die Ferse und Spitze).
Die Ferse: Der Knötchen- oder Bumerangabsatz
Die Ferse ist oft der anspruchsvollste Teil für Anfänger. Es gibt verschiedene Fersenarten, aber der Knötchen- oder Bumerangabsatz ist relativ einfach zu verstehen und zu stricken.
Grundprinzip des Knötchenabsatzes:
- Das Prinzip besteht darin, dass du nur die Maschen auf zwei Nadeln (den Fersenmaschen) in Hin- und Rückreihen strickst, während die Maschen auf den anderen Nadeln (Spannmaschen) ruhen.
- Stricke etwa die Hälfte deiner Fersenmaschen rechte Maschen.
- Wende deine Arbeit.
- Stricke nun linke Maschen, lass aber die letzte Masche auf der Nadel ungestrickt.
- Wende deine Arbeit.
- Stricke rechte Maschen, lass aber die letzte Masche auf der Nadel ungestrickt.
- Wiederhole diese Hin- und Rückreihen, wobei du in jeder Reihe eine Masche weniger strickst, bis nur noch ein Drittel der ursprünglichen Fersenmaschen auf der Nadel sind. Diese ungestrickten Maschen bilden die „Öffnung“ für die Ferse.
- Nun beginnst du, die Ferse wieder zu schließen, indem du in den Hin- und Rückreihen immer mehr Maschen aufnimmst, bis alle Fersenmaschen wieder auf der Nadel sind.
Eine detaillierte Anleitung für den Knötchenabsatz mit genauen Maschenangaben findest du in jeder Anfänger-Sockenanleitung.
Der Fuß (Fortsetzung)
Nachdem die Ferse gestrickt ist, strickst du weiter in Runden nur rechte Maschen, bis das Fußteil die gewünschte Länge erreicht hat. Achte darauf, dass die Länge der Socke vom Anschlag bis zur Spitze des kleinen Zehs gemessen wird.
Die Spitze: Abnahmen für die Form
Die Spitze der Socke wird geformt, indem die Maschen allmählich abgenommen werden. Dies geschieht normalerweise auf den vier Nadeln.
- Teile die Maschen auf den Nadeln gleichmäßig auf. Bei 64 Maschen sind das oft 16 Maschen pro Nadel.
- In jeder zweiten Runde nimmst du an bestimmten Stellen Maschen ab. Eine gängige Methode ist:
- Stricke auf der ersten Nadel bis zu den letzten 3 Maschen, stricke dann 2 Maschen rechts zusammen (Abnahme) und dann 1 Masche rechts.
- Stricke die zweite Nadel komplett rechts.
- Stricke auf der dritten Nadel 1 Masche rechts, dann 2 Maschen rechts zusammen (Abnahme) und stricke bis zum Ende der Nadel.
- Stricke die vierte Nadel komplett rechts.
- Wiederhole diese Abnahmerunde in jeder zweiten Runde, bis nur noch eine bestimmte Anzahl von Maschen übrig ist (oft etwa 8-16 Maschen).
- Schneide den Faden ab, lasse ein langes Ende übrig und ziehe es mit der Wollnadel durch die verbliebenen Maschen. Ziehe den Faden fest, um die Spitze zu schließen.
- Verhäle das Fadenende auf der Innenseite der Socke.
Zusammenfassung der wichtigsten Komponenten einer Socke
| Komponente | Funktion | Anfänger-Tipps |
|---|---|---|
| Bündchen | Hält die Socke am Bein, verhindert Verrutschen | Rippenmuster (1×1 oder 2×2) ist elastisch und anfängerfreundlich. |
| Fußteil | Bildet den Hauptteil des Beins und des Fußes | Glatt rechts stricken ist einfach und ergibt ein gleichmäßiges Maschenbild. |
| Ferse | Formt den Absatz, sorgt für eine gute Passform | Knötchen- oder Bumerangabsatz ist gut verständlich. Nicht entmutigen lassen, wenn es nicht sofort perfekt klappt. |
| Spann | Der obere Teil des Fußes, über den Spann | Wird meist glatt rechts gestrickt, wie das Fußteil. |
| Spitze | Schließt die Socke am Zehenende ab | Regelmäßige Abnahmen in jeder zweiten Runde sind entscheidend. Übung macht hier den Meister. |
Häufige Herausforderungen und Lösungen für Anfänger
Beim Sockenstricken können immer wieder kleine Probleme auftreten. Hier sind einige der häufigsten:
- Lochbildung an der Ferse: Nach dem Abstricken der Ferse und dem Aufnehmen der Spannmaschen können kleine Löcher entstehen. Um dies zu vermeiden, nimmst du am Übergang zwischen Ferse und Spann jeweils eine zusätzliche Masche auf jeder Nadel auf und strickst diese in der nächsten Runde zusammen mit den benachbarten Maschen ab.
- Ungleichmäßige Maschen: Dies kann anfangs passieren. Achte darauf, den Faden beim Stricken jeder Masche gleichmäßig festzuziehen. Mit etwas Übung wird dein Maschenbild gleichmäßiger.
- Falsche Größe: Miss deine Füße genau aus, bevor du beginnst, und halte dich an die Angaben in deiner Anleitung. Auch das Maschenprobe-Stricken kann helfen, die korrekte Größe zu ermitteln.
- Maschen fallen ab: Verwende ggf. eine spitze Nadel, um Maschen aufzunehmen, die versehentlich von der Nadel gerutscht sind. Ein Maschenmarkierer kann helfen, den Überblick zu behalten.
Alternative Techniken: Der Magic Loop
Für Anfänger, die mit dem Nadelspiel Schwierigkeiten haben, ist die Magic Loop Technik eine hervorragende Alternative. Hierbei verwendest du eine einzige lange Rundstricknadel (oft 80-100 cm lang).
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Das Prinzip des Magic Loop:
- Du strickst die Maschen auf der einen Hälfte der Nadel, während die andere Hälfte der Maschen am Ende der Nadel „hängt“.
- Wenn du eine Runde beendet hast, ziehst du die Nadel heraus, sodass die Maschen auf dem flexiblen Kabelteil ruhen.
- Du drehst deine Arbeit und strickst von der anderen Seite weiter, wobei du die Maschen von der anderen Hälfte der Nadel abarbeitest.
Diese Technik erfordert etwas Übung, kann aber sehr bequem sein und vermeidet das Pieksen der Nadelspitzen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Socken stricken: Anleitung für Anfänger
Wie viele Maschen schlage ich für meine erste Socke an?
Die Maschenzahl hängt von der Stärke deines Garns und der gewünschten Größe der Socke ab. Für die meisten Anfängergarnen (ca. 400 Meter auf 100 Gramm) und für eine durchschnittliche Damengröße sind 60 bis 64 Maschen ein guter Ausgangspunkt. Es ist ratsam, eine spezifische Anfängeranleitung für die von dir gewählte Garnstärke zu konsultieren.
Welches Garn ist am besten für Anfänger geeignet?
Ein Garn aus 75% Schurwolle und 25% Polyamid ist ideal. Die Schurwolle sorgt für Wärme und Elastizität, während Polyamid die Socke strapazierfähiger macht. Helle oder mittlere Farbtöne ohne viele Effekte sind für Anfänger leichter zu handhaben, da das Maschenbild gut erkennbar ist.
Was ist der Unterschied zwischen Nadelspiel und Rundstricknadel für Socken?
Ein Nadelspiel besteht aus mehreren kurzen Nadeln (meist 4-5), die spitz an beiden Enden zulaufen und zum Stricken in Runden verwendet werden. Eine Rundstricknadel ist eine lange Nadel, die durch ein flexibles Kabel verbunden ist. Für Socken werden beide Methoden verwendet. Das Nadelspiel erfordert etwas Übung im Umgang mit mehreren Nadeln, während die Magic Loop Technik mit einer langen Rundstricknadel eine gute Alternative für Anfänger sein kann, die das Hantieren mit vielen Nadeln scheuen.
Wie vermeide ich Löcher beim Fersenstricken?
Löcher entstehen oft an den Übergängen, wenn du mit dem Fersenstricken beginnst oder es schließt. Um dies zu verhindern, nimmst du beim Aufnehmen der Spannmaschen nach dem Fersenstricken auf jeder Seite der Ferse eine oder zwei zusätzliche Maschen auf. Diese zusätzlichen Maschen strickst du in der nächsten oder übernächsten Runde zusammen mit den benachbarten Maschen ab. So werden die Lücken geschlossen.
Wie lang muss die Socke sein, bevor ich mit der Spitze beginne?
Die Länge des Fußes vor Beginn der Spitze ist entscheidend für die Passform. Messe die Socke vom Anschlag (oberer Rand des Bündchens) bis zur Spitze des kleinen Zehs deines Fußes. Die Socke sollte etwa 4-6 cm kürzer sein als die gemessene Fußlänge, da die Spitze beim Abnehmen der Maschen die Länge noch etwas verlängert.
Was bedeutet „glatt rechts“ und „links gestrickt“?
Glatt rechts bedeutet, dass du in jeder Runde nur rechte Maschen strickst. Dies ergibt auf der Vorderseite ein glattes Maschenbild und auf der Rückseite kraus rechts (wie kleine „V’s“ nebeneinander). Beim Stricken in Runden (wie bei Socken) ergibt glatt rechts ein durchgehend glattes Muster. Links gestrickt bedeutet, dass du in jeder Runde nur linke Maschen strickst, was das Gegenteil von rechts gestrickt ist.
Kann ich auch nur mit einer einfachen Stricknadel Socken stricken?
Für das Stricken von Socken in Runden sind Nadelspiele oder Rundstricknadeln (für die Magic Loop Technik) die gängigsten Werkzeuge. Das Stricken einer Socke mit nur einer einfachen Stricknadel ist nicht vorgesehen, da die Socke rund gestrickt wird, um eine nahtlose Form zu erhalten. Du könntest theoretisch eine Socke in zwei Teilen (Vorder- und Rückseite) flach stricken und dann zusammennähen, aber das ist für Anfänger in der Regel nicht die bevorzugte Methode.