Wenn du lernen möchtest, wie du eine Strickweste kreierst, egal ob du Anfänger bist oder deine Fähigkeiten erweitern möchtest, findest du hier umfassende Anleitungen und Muster. Dieser Text richtet sich an alle Strickerinnen und Stricker, die praktische Schritte, vielfältige Musteroptionen und wichtige Überlegungen für das erfolgreiche Stricken einer Weste suchen.
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Grundlagen des Westenstrickens
Das Stricken einer Weste ist ein lohnendes Projekt, das dir erlaubt, deine Kreativität auszudrücken und gleichzeitig ein praktisches Kleidungsstück zu schaffen. Westen eignen sich hervorragend für Anfänger, da sie oft einfachere Konstruktionen aufweisen als Pullover und weniger komplizierte Passformen erfordern. Sie können aus verschiedenen Garnen und in unterschiedlichsten Stilen gefertigt werden, von schlichten, alltagstauglichen Modellen bis hin zu aufwendigen Designs mit Zopfmustern oder Fair Isle-Techniken.
Materialauswahl für deine Weste
Die Wahl des richtigen Materials ist entscheidend für das Endergebnis deiner Strickweste. Berücksichtige folgende Faktoren:
- Garnart: Wolle ist warm und atmungsaktiv, Baumwolle ist leicht und ideal für wärmere Tage, und Acryl ist pflegeleicht und kostengünstig. Mischgarne bieten oft die Vorteile mehrerer Fasern. Für Anfänger sind glatte Garne aus Merinowolle oder eine Baumwoll-Acryl-Mischung gut geeignet, da sie sich leicht verstricken lassen und ein gleichmäßiges Maschenbild ergeben.
- Garnstärke: Die Garnstärke bestimmt die Dicke deines Strickstücks und die benötigte Nadelstärke. Dickere Garne ergeben schnellere Fortschritte, während dünnere Garne feinere und elegantere Westen ermöglichen. Die empfohlene Nadelstärke findest du auf der Banderole des Garns.
- Farbe und Textur: Wähle Farben, die dir gefallen und zu deinem Stil passen. Bei komplexen Mustern sind einfarbige oder unifarbene Garne oft besser geeignet, um die Details hervorzuheben. Strukturierte Garne können auch ohne aufwendige Muster interessante Effekte erzielen.
Benötigte Werkzeuge und Zubehör
Um mit dem Stricken deiner Weste zu beginnen, benötigst du folgende Utensilien:
- Stricknadeln: Je nach Garnstärke und Projekt benötigst du gerade Nadeln oder Rundstricknadeln. Für die meisten Westen sind gerade Nadeln der passenden Größe ausreichend. Wenn du Teile in Runden strickst oder an einer größeren Weste arbeitest, sind Rundstricknadeln vorteilhaft.
- Maschenmarkierer: Diese sind unerlässlich, um bestimmte Stellen im Strickstück zu markieren, z.B. für Abnahmen, Zunahmen oder Musterwiederholungen.
- Maßband: Zum Überprüfen deiner Maschenprobe und des Fortschritts.
- Schere: Zum Abschneiden des Garns.
- Wollnadel: Zum Vernähen der Fäden und zum Zusammennähen der einzelnen Teile (falls die Weste in Einzelteilen gestrickt wird).
- Häkelnadel (optional): Nützlich zum Aufnehmen von Maschen für den Bund oder den Kragen.
Die Maschenprobe: Dein Schlüssel zum Erfolg
Bevor du mit dem eigentlichen Muster beginnst, ist das Stricken einer Maschenprobe unerlässlich. Sie stellt sicher, dass deine Maße mit denen der Anleitung übereinstimmen und deine fertige Weste die korrekte Größe hat.
So erstellst du eine Maschenprobe:
- Schlage mit den empfohlenen Nadeln und dem gewählten Garn etwa 20-30 Maschen an.
- Stricke im angegebenen Muster (oft glatt rechts) etwa 10-15 cm hoch.
- Lege das Strickstück flach hin und miss die Anzahl der Maschen und Reihen über 10 cm in der Mitte des gestrickten Quadrats.
- Vergleiche deine Ergebnisse mit der Maschenprobe in der Anleitung. Wenn du zu viele Maschen auf 10 cm hast, musst du wahrscheinlich mit einer größeren Nadelstärke stricken. Hast du zu wenige Maschen, wähle eine kleinere Nadelstärke.
Anleitungen für verschiedene Strickwesten
Es gibt unzählige Arten von Strickwesten, von einfach bis komplex. Hier stellen wir einige gängige Anleitungsarten vor.
Einfache Strickweste für Anfänger (Ärmellos)
Eine ärmellose Weste ist oft das erste Projekt für Anfänger. Sie besteht meist aus zwei oder drei Hauptteilen: Vorderteil, Rückenteil und eventuell ein Kragenteil.
Grundprinzip:
- Rückenteil: Du strickst ein rechteckiges Stück, das von unten nach oben gearbeitet wird. Oft wird am oberen Ende für den Armausschnitt abgenommen.
- Vorderteil: Ähnlich wie das Rückenteil, jedoch mit einem Halsausschnitt, der oft symmetrisch zu beiden Seiten gearbeitet wird.
- Zusammennähen: Die Schulternähte und Seitennähte werden geschlossen. Abschließend werden oft Maschen für einen Bund oder Kragen aufgenommen.
Strickweste mit Kragen (z.B. Schalkragen)
Westen mit Kragen fügen eine elegante Note hinzu und bieten zusätzlichen Schutz. Ein Schalkragen wird oft direkt an den Halsausschnitt angestrickt.
Besonderheiten:
- Halsausschnitt: Der Halsausschnitt wird oft weiter ausgeschnitten, um Platz für den Kragen zu schaffen.
- Kragenkonstruktion: Der Kragen kann durch Zunahmen oder verkürzte Reihen direkt an den Halsausschnitt geformt werden. Bei einem Schalkragen werden Maschen entlang des Halsausschnitts aufgenommen und dann schrittweise erweitert, um die typische rollende Form zu erzeugen.
Strickweste mit Knöpfen oder Reißverschluss
Diese Westen sind oft vorne offen und können geschlossen werden. Dies erfordert das Stricken von Knopfleisten oder einer Kante für einen Reißverschluss.
Wichtige Elemente:
- Knopfleisten: Beim Stricken des Vorderteils werden oft extra Maschen am vorderen Rand zugenommen oder mitgestrickt. Bei einer Knopfleiste werden in regelmäßigen Abständen Knopflöcher eingearbeitet. Bei einer Leiste für einen Reißverschluss werden die Maschen am Rand glatt oder im Bündchenmuster gestrickt, um eine saubere Kante zu bilden.
- Knöpfe/Reißverschluss: Diese werden nach dem Zusammennähen der Weste angebracht.
Beliebte Strickmuster für Westen
Muster verleihen deiner Strickweste Charakter und Stil. Hier sind einige beliebte Optionen:
Glatt Rechts (Stockinette Stitch)
Das einfachste und gängigste Muster. Es entsteht durch abwechselnde Reihen mit rechten und linken Maschen. Es ergibt ein glattes, leicht einrollendes Gestrick, das sich gut für Anfänger eignet.
Anwendung: Ideal für schlichte, moderne Westen oder als Basis für andere Muster.
Perlmuster (Seed Stitch)
Eine einfache Abwechslung zu glatt rechts, bei der sich rechte und linke Maschen in jeder Reihe abwechseln. Es ergibt ein hübsches, körniges Muster, das sich nicht einrollt.
Anleitung: 1. Reihe: 1 re, 1 li im Wechsel. 2. Reihe: Entsprechend der 1. Reihe stricken, sodass rechte Maschen über linken und linke Maschen über rechten Maschen liegen. Oder: 1. Reihe: 1 re, 1 li im Wechsel. 2. Reihe: 1 li, 1 re im Wechsel. Dies ergibt ein tieferes, volleres Perlmuster.
Anwendung: Gut für Kragen, Bündchen und ganze Westen geeignet, da es elastisch ist und sich nicht einrollt.
Zopfmuster (Cable Knitting)
Zopfmuster sind eine klassische Wahl für Strickwesten und verleihen ihnen eine traditionelle und luxuriöse Optik. Sie werden durch das Überkreuzen von Maschen mit Hilfe einer Zopfnadel erzeugt.
Grundprinzip: Für ein einfaches Zopfmuster strickst du eine bestimmte Anzahl von rechten Maschen, legst einige davon auf eine Zopfnadel, strickst die restlichen Maschen und strickst dann die Maschen von der Zopfnadel ab. Dies kann nach vorne oder nach hinten erfolgen.
Anwendung: Als Akzent auf Vorder- oder Rückenteil, entlang der Kanten oder als Hauptmuster für eine auffällige Weste.
Patentmuster (Brioche Stitch)
Das Patentmuster ist ein dicker, luftiger und sehr elastischer Maschenstich. Es erfordert etwas Übung, belohnt aber mit einem wunderschönen, beidseitig gleich aussehenden Muster.
Anleitung (einfaches Patent): Es gibt verschiedene Varianten. Eine gängige Methode ist, eine Umschlag-abheben-Masche zu arbeiten und diese dann in der folgenden Reihe mit der Umschlagmasche rechts oder links abzustricken. Dies erzeugt ein sehr voluminöses Gestrick.
Anwendung: Ideal für warme, kuschelige Westen oder als Teil von Kragen und Bündchen.
Fair Isle / Norwegermuster
Diese Technik beinhaltet das Stricken mit mehreren Farben gleichzeitig, wobei die Farben im Muster gewechselt werden. Es entstehen grafische Muster, oft mit geometrischen oder naturinspirierten Motiven.
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Besonderheiten:
- Farbwechsel: Achte darauf, die nicht verwendeten Fäden auf der linken Seite locker mitzunehmen, um ein Aufziehen des Gestricks zu vermeiden.
- Musterdiagramme: Fair Isle-Muster werden üblicherweise in Diagrammen dargestellt, die du Masche für Masche abliest.
Anwendung: Perfekt für festliche oder rustikale Westen, besonders in der kälteren Jahreszeit.
Anleitung für eine klassische Weste (Schritt für Schritt)
Diese Anleitung beschreibt eine einfache, ärmellose Weste, die du nach Belieben anpassen kannst.
Schritt 1: Die Maschenprobe und Größenwahl
Stricke zuerst deine Maschenprobe wie oben beschrieben. Entscheide dich dann für die gewünschte Größe (S, M, L, XL etc.) und berechne anhand deiner Maschenprobe und der Anleitung die benötigte Maschenzahl für Vorder- und Rückenteil.
Schritt 2: Das Rückenteil stricken
Schlage die berechnete Maschenzahl für das Rückenteil an. Stricke im gewählten Muster (z.B. glatt rechts oder Perlmuster) bis zur gewünschten Höhe für den Armausschnitt. Anschließend werden die Maschen für den Armausschnitt abgekettet oder stillgelegt, um eine gerade Armausschnittkante zu erhalten.
Stricke weiter bis zur gewünschten Gesamtlänge des Rückenteils und kette dann alle Maschen ab.
Schritt 3: Das Vorderteil stricken
Schlage die gleiche Maschenzahl wie für das Rückenteil an. Stricke im gleichen Muster bis zur Höhe des Armausschnitts. Arbeite nun den Armausschnitt wie beim Rückenteil. Fahre fort, bis du die Höhe erreichst, an der der Halsausschnitt beginnen soll.
Beginne mit dem Halsausschnitt. Dies geschieht meist, indem du in der Mitte eine bestimmte Anzahl von Maschen abkettest oder stilllegst und dann auf beiden Seiten separat weiterstrickst. Dabei werden in jeder oder jeder zweiten Reihe Maschen am Halsausschnitt abgenommen, um die Rundung zu formen.
Stricke weiter bis zur gleichen Höhe wie das Rückenteil und kette dann die verbleibenden Schultermaschen ab.
Schritt 4: Schulter- und Seitennähte schließen
Lege das Vorderteil und das Rückenteil rechts auf rechts zusammen. Nähe die Schulternähte und die Seitennähte zusammen. Achte darauf, dass die Armausschnitte sauber aufeinander liegen.
Schritt 5: Bündchen und Kragen (optional)
Wenn deine Weste ein Bündchen am unteren Rand haben soll, nimmst du nun mit einer kleineren Nadelstärke Maschen entlang des unteren Randes auf. Stricke im Bündchenmuster (z.B. 1 re, 1 li im Wechsel) für einige Zentimeter und kette dann locker ab.
Für einen Kragen nimmst du Maschen entlang des Halsausschnitts auf und strickst diesen nach einer Anleitung (z.B. Schalkragen). Wenn deine Weste vorne offen ist, nimmst du an den vorderen Kanten Maschen für Knopfleisten oder den Saum auf.
Schritt 6: Fäden vernähen und Ausbessern
Vernähe alle losen Fäden sorgfältig auf der linken Seite des Gestricks. Lege die fertige Weste in Form und wasche sie nach Anleitung des Garnherstellers. Dies hilft, das Gestrick zu beruhigen und die Maschen auszurichten.
Übersicht über das Westenstricken
| Aspekt | Beschreibung | Anfängerfreundlichkeit | Gestaltungsmöglichkeiten | Wichtigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Materialauswahl | Garnart (Wolle, Baumwolle, Acryl), Garnstärke, Farbe, Textur. Beeinflusst Haptik, Wärme und Aussehen. | Hoch (glatte Garne sind einfacher) | Sehr hoch (breite Palette verfügbar) | Essentiell für Tragekomfort und Optik. |
| Stricknadeln & Werkzeuge | Passende Nadelstärken, Maschenmarkierer, Maßband, Nadeln zum Vernähen. | Hoch (Standardwerkzeuge) | Gering (funktionale Werkzeuge) | Notwendig für die Durchführung des Projekts. |
| Maschenprobe | Korrektes Abmessen von Maschen und Reihen auf 10 cm. | Hoch (einfache Technik) | Gering (quantitative Messung) | Absolut entscheidend für die richtige Größe. |
| Anleitungsstrukturen | Konstruktionen (rechteckig, Raglan, von oben/unten), Teilung (einteilig, zweit- oder dreiteilig). | Mittel (variiert stark) | Hoch (ermöglicht verschiedene Silhouetten) | Bestimmt Passform und Aufbau der Weste. |
| Muster & Texturen | Glatt rechts, Perlmuster, Zopfmuster, Patent, Fair Isle. | Hoch bis Mittel (je nach Musterkomplexität) | Sehr hoch (prägt das Erscheinungsbild) | Definiert den ästhetischen Charakter der Weste. |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Westenstricken: Anleitungen und Muster
Wie finde ich die richtige Größe für meine Strickweste?
Die richtige Größe ermittelst du durch eine sorgfältige Maschenprobe. Vergleiche deine gemessenen Maschen und Reihen auf 10 cm mit denen in deiner Anleitung. Passe gegebenenfalls die Nadelstärke an. In den meisten Anleitungen findest du Tabellen mit den Maßen für verschiedene Größen (z.B. Brustumfang, Länge).
Welches Garn ist am besten für eine Anfängerweste geeignet?
Für Anfänger sind glatte Garne aus Merinowolle, eine gute Baumwoll-Acryl-Mischung oder ein reines Acrylgarn empfehlenswert. Diese Garne sind meist relativ preiswert, leicht zu verstricken und verzeihen kleinere Fehler. Vermeide stark flusende oder sehr dunkle Garne, da sie das Maschenbild weniger gut erkennen lassen.
Was bedeutet „Abketten“ und „Stilllegen“ von Maschen?
„Abketten“ bedeutet, die Maschen am Ende einer Reihe oder eines Abschnitts fest zu verschließen, sodass sie nicht mehr aufgehen. „Stilllegen“ bedeutet, die Maschen temporär auf eine Hilfsnadel oder ein Garn zu nehmen, damit sie später wieder aufgenommen und weiterverarbeitet werden können, beispielsweise für Armausschnitte oder Halsausschnitte, die in einem Stück gestrickt werden.
Wie kann ich sicherstellen, dass meine Weste nicht zu eng oder zu weit wird?
Die Maschenprobe ist hierfür entscheidend. Aber auch das Anprobieren während des Strickens (wenn es die Konstruktion zulässt) kann helfen. Miss die Teile regelmäßig und vergleiche sie mit den Maßen in der Anleitung. Achte auch auf die Elastizität des Musters. Patentmuster beispielsweise sind sehr dehnbar, während feste Muster weniger nachgeben.
Welche Art von Nadeln brauche ich für Westen?
Für die meisten Westen eignen sich gerade Stricknadeln in der passenden Stärke zum Garn. Wenn du Teile in Runden strickst (z.B. einen Kragen) oder an einer größeren Weste arbeitest, sind Rundstricknadeln praktisch. Viele Anleitungen geben die Nadelstärke an, die du verwenden sollst.
Wie stricke ich einen schönen Halsausschnitt?
Der Halsausschnitt wird typischerweise durch Ab- oder Zunahmen in den Reihen am oberen Teil des Vorder- und/oder Rückenteils geformt. Für eine gerade Kante werden Maschen stillgelegt und die Teile separat gestrickt. Für eine Rundung werden Maschen in jeder oder jeder zweiten Reihe am Ausschnittrand abgenommen. Verkürzte Reihen (German Short Rows) können auch verwendet werden, um fließende Rundungen zu erzeugen.
Was ist der Unterschied zwischen einer gestrickten und einer gehäkelten Weste?
Der Hauptunterschied liegt in der Technik und dem Werkzeug. Beim Stricken werden zwei Nadeln verwendet, um mit einer Maschenschlinge eine neue Reihe zu bilden. Das Ergebnis ist oft ein elastischeres und weicheres Gestrick. Beim Häkeln wird eine einzelne Häkelnadel verwendet, um mit Schlaufen eine Masche nach der anderen zu bilden. Gehäkelte Arbeiten sind oft fester und dichter, können aber auch sehr luftig und durchbrochen gestaltet werden.